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Als drittstärkste
Volkswirtschaft der Welt nimmt Deutschland mit
seiner wirtschaftlichen Gesamtleistung international
eine führende Position ein. Mit dem höchsten
Bruttosozialprodukt und der größten
Einwohnerzahl in der Europäischen Union ist
es der wichtigste Markt in Europa. Im Welthandel
mit Waren-und Dienstleistungen liegt die Bundesrepublik
auf dem zweiten Platz hinter den USA.
Deutschland
zeichnet sich als Wirtschaftsstandort aus durch
innovative und international agierende Unternehmen,
qualifizierte und motivierte Arbeitnehmer, ein
international anerkanntes Ausbildungssystem, eine
hervorragend entwickelte Infrastruktur sowie Spitzenleistungen
in Forschung und Entwicklung. Durch seine zentrale
geographische Lage ist Deutschland zugleich auch
Schnittstelle zu den neuen Märkten Süd-
und Osteuropas auch über die neuen EU-Außengrenzen
hinaus.
Soziale Marktwirtschaft
Die deutsche Wirtschaftsordnung ist nach dem Prinzip
der "sozialen Marktwirtschaft" organisiert.
Zwar schreibt das deutsche Grundgesetz keine bestimmte
Wirtschaftsordnung fest, doch durch die Verankerung
des Sozialstaatsprinzips schließt es eine
reine „freie Marktwirtschaft“ aus.
Das Konzept der sozialen Marktwirtschaft, das
auf den ersten Wirtschaftsminister der Bundesrepublik
und späteren Bundeskanzler Ludwig Erhard
zurück geht, wird durch die Flankierung der
Marktkräfte mit sozialpolitischen Maßnahmen
gesichert.
Mit dem Modell der sozialen Marktwirtschaft soll
innerhalb bestimmter Grenzen das freie Spiel der
Kräfte auf dem Markt ermöglicht und
unsoziale Auswüchse des Marktgeschehens verhindert
werden. Das Angebot an Gütern wird gesteigert
und differenziert, die Anbieter werden zu Innovationen
motiviert, Einkommen und Gewinne nach individueller
Leistung verteilt. Zugleich verhindert die soziale
Marktwirtschaft eine übermäßige
Ansammlung von Marktmacht, sichert die Beteiligung
der Beschäftigten an wirtschaftlichen Grundentscheidungen
und damit ihre Teilhabe an gesellschaftlichen
Errungenschaften.
Die Aufgabe von Staat und Politik ist es dabei,
den Rahmen für einen funktionierenden Wettbewerb
zu schaffen und die unterschiedlichen Interessen
zu moderieren. Gleichzeitig muss er die Bereitschaft
und die Fähigkeit der Menschen zu eigenverantwortlichem
Handeln und mehr Selbstständigkeit fördern.
Exportweltmeister
Wie in kaum einem anderen großen Industrieland
ist das Wirtschaftsleben in Deutschland international
geprägt. Jeder dritte Euro wird im Export
erwirtschaftet; nahezu jeder vierte Arbeitsplatz
hängt vom Außenhandel ab. Der deutsche
Außenhandelsüberschuss betrug 2003
129 Milliarden Euro. Im Export von Waren ist Deutschland
Weltmeister – noch vor den USA.
Die hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit
Deutschlands zeigt sich am deutlichsten im hohen
und rasch wachsenden Warenexport. Auch der Anstieg
der Direktinvestitionen internationaler Unternehmen
in Deutschland unterstreicht die gute Position
der deutschen Wirtschaft.
Die wichtigsten Handelspartner Deutschlands sind
die westlichen Industrieländer. Die engsten
Handelsbeziehungen bestehen dabei mit den Mitgliedern
der Europäischen Union, mit denen Deutschland
mehr als die Hälfte seines Außenhandelsumsatzes
erzielt. Nahezu 72 Prozent der deutschen Ausfuhren
verbleiben im europäischen Raum; 71 Prozent
der deutschen Einfuhren stammen ebenfalls aus
Europa.
Wichtigster Handelspartner blieb auch im Jahre
2003 Frankreich. Bei den Einfuhren folgten die
Niederlande und die USA. Hauptabnehmer deutscher
Waren und Dienstleistungen sind nach Frankreich
die USA und Großbritannien. Eine wachsende
Bedeutung im deutschen Außenhandel nehmen
auch die Staaten Mittel- und Osteuropas –
insbesondere Polen, die Tschechische Republik
und Ungarn – ein.
Internationale Spitzenposition
Deutschland gehört zu den führenden
Industrieländern der Welt. Die deutsche Industrie
konnte in den letzten Jahren ihre Wettbewerbsfähigkeit
beträchtlich steigern und ihre führende
Position auf den internationalen Märkten
weiter ausbauen.
Auch im europäischen Vergleich behauptet
die deutsche Industrie ihre starke Stellung. So
stieg zwischen 1995 und 2001 der deutsche Anteil
an der EU-Produktion in der Automobilindustrie
von 48,2 Prozent auf 52,6 Prozent, im Maschinenbau
von 42,3 Prozent auf 44,4 Prozent und im Bereich
der Herstellung von Büromaschinen und Datenverarbeitungsgeräten
von 24,9 Prozent auf 29,7 Prozent.
Zwischen 1991 und 2002 stieg das Bruttoinlandsprodukt
(der Wert aller erzeugten Waren und Dienstleistungen)
von 1.710 Milliarden Euro auf 1.984 Milliarden
Euro. Die weltweite Konjunkturschwäche führte
dazu, dass sich das Wachstum im Jahr 2002 verlangsamte.
Mit seiner wirtschaftlichen Gesamtleistung steht
Deutschland dennoch international an dritter Stelle.
Branchen und Sektoren
Wichtigster Wirtschaftszweig Deutschlands mit
einem traditionell sehr hohen Anteil an der gesamtwirtschaftlichen
Produktion ist die Industrie. Die 49.000 deutschen
Industriebetriebe beschäftigen fast 6,4 Millionen
Mitarbeiter. Zusammen erzielen sie einen Umsatz
von mehr als 1,3 Billionen Euro. 98 Prozent aller
deutschen Industrie-Unternehmen gehören mit
500 und weniger Mitarbeitern dem Mittelstand an,
der ca. 33 Prozent des Industrieumsatzes erwirtschaftet.
Neben der Industrie spielt auch der Dienstleistungssektor
eine herausragende Rolle und hat inzwischen nahezu
die Größe der Industrie erreicht. Eine
deutsche Besonderheit und traditionelles Herzstück
des Wirtschaftslebens ist das Handwerk. Mit seinen
rund 863 000 Betrieben ist es der vielseitigste
Wirtschaftsbereich Deutschlands, in dem 14 Prozent
aller 36 Millionen Beschäftigten arbeiten.
Die deutsche Industrie weist ein sehr breites
Spektrum auf und hat in vielen Branchen weltweit
eine Spitzenstellung inne. Deutschland ist der
drittgrößte Automobilproduzent der
Welt, mehr als 70 Prozent der hier produzierten
Fahrzeuge sind für den Export bestimmt. Auch
der Maschinen- und Anlagenbau, dem die meisten
Betriebe der deutschen Industrie angehören,
ist von herausragender internationaler Bedeutung.
Weltweit führend ist Deutschland auch in
der chemischen Industrie. Zu den innovativsten
deutschen Branchen mit überdurchschnittlichen
Wachstumsraten zählen darüber hinaus
die Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien
sowie die Informations- und Biotechnologie.
Messeplatz Deutschland
Die Messewirtschaft gehört zu den führenden
Dienstleistungsbranchen der deutschen Wirtschaft.
In der Durchführung internationaler Messen
ist der Messeplatz Deutschland weltweit die Nummer
eins. Von den global führenden Messen der
einzelnen Branchen finden rund zwei Drittel in
Deutschland statt – darunter die Hannover
Messe als die größte weltweite Industriemesse,
die Frankfurter Buchmesse, die Computer-Messe
CeBIT oder die Internationale Automobilausstellung
(IAA) in Frankfurt. Auch haben fünf der zehn
umsatzmäßig größten Messeveranstalter
der Welt ihren Sitz in Deutschland.
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