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Wissenschaft und
Forschung in Deutschland stehen mit der Globalisierung
und dem Übergang zur Wissensgesellschaft
vor großen Herausforderungen. Damit Deutschland
im weltweiten Wettbewerb der Forschungsstandorte
seine Spitzenstellung weiterhin behaupten kann,
steht ein leistungsstarkes und wettbewerbsorientiertes
Wissenschaftssystem zur Verfügung.
Die
Forschungslandschaft Deutschland gliedert sich
in die Sektoren Wirtschaft, Hochschulen und außeruniversitäre
Forschungseinrichtungen. Dabei spielt die Wirtschaft
im Forschungs- und Entwicklungsbereich (FuE) die
größte Rolle. Die FuE-Aufwendungen
der deutschen Wirtschaft erreichten 2003 ca. 36,8
Milliarden Euro. Auf die Hochschulen entfielen
FuE-Ausgaben in Höhe von 9,1 Mrd €,
auf die außeruniversitären Einrichtungen
rund 7,3 Mrd €. Insgesamt liegen die Bruttoinlandsausgaben
für FuE der Bundesrepublik Deutschland 2003
damit bei 53,2 Mrd €, das sind 2,5 % des
Bruttoinlandsprodukts.
Die Hochschulforschung:
Rückgrat der deutschen Wissenschaft
Traditionell bilden die Hochschulen das Rückgrat
des deutschen Forschungs- und Wissenschaftssystems.
Diese herausragende Stellung wird durch die thematische
und methodische Breite der Hochschulforschung
begründet und durch die Nachwuchsförderung
abgesichert. Als Träger des größten
und zugleich umfassendsten Potentials der öffentlich
finanzierten Forschung in Deutschland sowie als
Basis und wichtigste Knotenpunkte des deutschen
Forschungssystems kommt den Hochschulen eine zentrale
Rolle zu.
Aufgrund der institutionellen Verbindung von
Forschung, forschungsorientierter Nachwuchsausbildung
und Lehre wird die Leistungsfähigkeit der
Hochschulen zu einer wichtigen Voraussetzung für
den Erfolg des gesamten deutschen Forschungssystems.
Denn auch die außerhochschulischen Forschungseinrichtungen
sind in hohem Maße auf leistungsstarke Hochschulen
angewiesen – als Ausbildungsstätten
für den Nachwuchs, als breite Plattform verschiedenster
Disziplinen und Forschungsformen sowie als Kooperationspartner
in ausgewählten Forschungsgebieten.
Das Spektrum der Forschung an Hochschulen reicht
von der Grundlagenforschung über anwendungsorientierte
Forschung bis hin zu Entwicklungsarbeiten:
Derzeit gibt es in Deutschland 350 Hochschulen,
darunter 79 in privater Trägerschaft.
Der Hochschulkompass ist das Informationsangebot
der Hochschulrektorenkonferenz über alle
deutschen Hochschulen, deren Studienangebote und
internationale Kooperationen.
Der Bund fördert gemeinsam mit den Ländern
die beiden großen Forschungsorganisationen
Max-Planck-Gesellschaft und Fraunhofer-Gesellschaft.
An der Finanzierung beteiligt er sich bei der
Max-Planck-Gesellschaft mit 50% und bei der Fraunhofer
Gesellschaft mit 90%. Die Max-Planck-Gesellschaft
führt freie Grundlagenforschung auf neuen,
für die Zukunft wichtigen Gebieten durch.
Sie setzt Schwerpunkte in der Spitzenforschung
und nimmt eine Ergänzungsfunktion insbesondere
gegenüber der universitären Forschung
wahr. Die Fraunhofer Gesellschaft konzentriert
sich auf die angewandte Forschung. Ihr Ziel ist
die schnelle Umsetzung von Forschungsergebnissen
in neue und innovative Produkte, Verfahren und
Dienstleistungen.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft wird ebenfalls
gemeinsam von Bund und Ländern finanziert.
Sie fördert vor allem die Hochschulen in
allen Disziplinen durch Projekte und Programme.
Der jeweilige Bundesanteil liegt bei 50% und darüber.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft trägt
neben der Max-Planck-Gesellschaft und der Fraunhofer
Gesellschaft wesentlich zur Stärkung und
Integration der Forschung in Deutschland wie auch
zur internationalen Zusammenarbeit bei. Die Förderung
des wissenschaftlichen Nachwuchses steht dabei
im Vordergrund.
Die 15 Großforschungseinrichtungen, die
sich in der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft
Deutscher Forschungszentren zusammengeschlossen
haben, sind ein weiterer wesentlicher Bestandteil
der Forschungslandschaft in der Bundesrepublik
Deutschland. Sie bearbeiten komplexe wissenschaftlich-technische
Fragen und Querschnittsaufgaben, betreiben wissenschaftliche
und technische Großgeräte und entwickeln
Systemlösungen. Ihre Grundfinanzierung erhalten
die Großforschungseinrichtungen zu 90 %
vom Bund und zu 10 % von den jeweiligen Sitzländern.
Überwiegend je zur Hälfte finanzieren
Bund und Länder die Einrichtungen der Wissenschaftsgemeinschaft
Gottfried Wilhelm Leibniz. Sie sind, neben der
Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren,
der Max-Planck-Gesellschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft,
die vierte Säule der gemeinsamen Forschungsförderung
von Bund und Ländern. Die Leibniz-Institute
sind nach Aufgabe, Größe, Standort
und Rechtsform sehr unterschiedlich. Die Mehrzahl
der Institute widmet sich der anwendungsorientierten
Grundlagenforschung. Gemeinsam ist allen Einrichtungen
die überregionale Bedeutung und das gesamtstaatliche
wissenschaftspolitische Interesse an ihrer Arbeit.
Eine erhebliche Forschungskapazität stellen
die vom Bund bzw. von den Ländern getragenen
55 Bundes- und 188 Landeseinrichtungen mit Forschungsaufgaben
dar. Diese Einrichtungen haben - neben ihren hoheitlichen
Tätigkeiten - zunächst die Aufgabe,
wissenschaftliche Ergebnisse für die Durchführung
der Ressortaufgaben zu gewinnen, sie tragen jedoch
auch zum allgemeinen Erkenntnisgewinn bei.
Förderung
junger Spitzenforscher
Als eine gemeinsame Einrichtung der deutschen
Hochschulen hat der Deutsche Akademische Austauschdienst
die Aufgabe, die Hochschulbeziehungen mit dem
Ausland vor allem durch den Austausch von Studenten
und Wissenschaftlern zu fördern. Seine Programme
sind in der Regel offen für alle Fachrichtungen
und alle Länder. Sie kommen Ausländern
wie Deutschen gleichermaßen zugute. Der
Deutsche Akademische Austauschdienst wird zu 90%
aus Mitteln des Bundes finanziert und zu 6% aus
Mitteln der Europäischen Union.
Mit über 200 Einzelprogrammen verfolgt der
Deutsche Akademische Austauschdienst das Ziel
einer wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit dem
Ausland, der Förderung der deutschen Sprache
und Germanistik im Ausland sowie der (Nach-)Betreuung
von Stipendiaten, Information und Publikation,
Hochschulmarketing und Politikberatung.
Die Alexander von Humboldt-Stiftung vergibt jährlich
bis zu 600 Forschungsstipendien an promovierte
ausländische Wissenschaftler bis zum 40.
Lebensjahr. Länder- oder Fächerquoten
bestehen dabei nicht.
Sie verleiht jährlich in verschiedenen Programmen
bis zu 150 Humboldt-Forschungspreise an international
anerkannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
80 dieser Forschungspreise werden an Naturwissenschaftlerinnen
und –wissenschaftler aus den USA vergeben.
Hinzu kommen bis zu zwölf Max-Planck-Forschungspreise
für internationale Kooperationen.
Einen wichtigen Platz in der Forschungslandschaft
nimmt auch die Arbeitsgemeinschaft industrieller
Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke"
e.V. ein. Die Arbeitsgemeinschaft industrieller
Forschungsvereinigungen e.V. ist eine privatwirtschaftliche
Dachorganisation von 104 industriellen Forschungsvereinigungen.
Zusammen mit 48 Forschungseinrichtungen der Unternehmen
und insgesamt über 700 eng verbundenen Instituten
bilden sie den quantitativ größten
Sektor (Wirtschaftssektor) der Forschungslandschaft.
Ihr Anteil an den Bruttoinlandsausgaben für
FuE beträgt ca. 69 %. Hauptaufgabe dieser
Arbeitsgemeinschaft ist die Förderung der
industriellen Gemeinschaftsforschung. Unterstützt
werden auch Vorhaben der anwendungsorientierten
Forschung, die den praktischen Bedürfnissen
von kleinen und mittleren Unternehmen Rechnung
tragen.
Die sieben deutschen Akademien der Wissenschaften
in Berlin, Düsseldorf, Göttingen, Heidelberg,
Leipzig, Mainz und München sind in der Union
der deutschen Akademien der Wissenschaften zusammengeschlossen.
Etwa 1500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
der verschiedensten Fachrichtungen sind zu ordentlichen
oder korrespondierenden Mitgliedern gewählt
worden.
Die in ihrem Grundhaushalt allein von den Ländern
finanzierten Akademien haben die Aufgabe, im Wesentlichen
langfristige Vorhaben der Grundlagenforschung
zu koordinieren und zu betreuen sowie den interdisziplinären
Dialog zu entwickeln und zu pflegen. Die Beratung
der Gesellschaft zu allgemeinen und zu Zukunftsfragen
sind ein weiterer Arbeitsschwerpunkt der Akademien.
Die Durchführung des von Bund und Ländern
je zur Hälfte finanzierte Akademienprogramm
mit einem Volumen von 42 Mio. € stellt eine
wichtige Aufgabe der Akademien dar.
Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina
in Halle, eine – übernationale –
naturwissenschaftlich-medizinische Gelehrtengesellschaft,
wird vom Bund und dem Land Sachsen-Anhalt im Verhältnis
80:20 finanziert.
Die Breite der Forschungslandschaft und die Wahrnehmung
unterschiedlicher Aufgaben durch die Wissenschaftsorganisationen
und Forschungseinrichtungen zählen zu den
Stärken des deutschen Wissenschaftssystems.
Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre
'Bundesbericht Forschung 2004'.
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